Pokémon Go
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Wenn Pokémon GO zur Sucht wird
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Wenn Pokémon GO zur Sucht wird

by Max Beckmann1. M√§rz 2020

Die Tendenz, dass ein Event das nächste jagt und immer mehr exklusive Attacken und Events veröffentlicht werden, belastet immer mehr Spieler.

Suchtverhalten der Spieler

Das Spiele s√ľchtig machen k√∂nnen ist kein gro√ües Geheimnis mehr. Insbesondere Gl√ľcksspiel hat ein hohes Suchtpotenzial, aber auch Spiele, die viel mit FOMO (= Fear of missing out, dt. Angst davor etwas zu verpassen) arbeiten bergen gro√üe Risiken bei suchtgef√§hrdeten Menschen.

Pokémon GO kombiniert getarnt als spielerische Fitness-App, die zum Bewegen animieren soll gleich beide Aspekte in gewisser Weise.

Dies betrifft zwar nicht alle Spieler, doch ein Großteil der Spieler sieht sich selbst als Sammler und möchte somit möglichst alle Pokémon in allen Varianten besitzen. Man möchte also auf keinen Fall ein zeitlich begrenztes Pokémon, wie ein Pikachu mit Partyhut oder eine exklusive Community Day Attacke verpassen.

Kombiniert man diese Angst davor etwas Exklusives zu verpassen mit einem Aspekt aus dem Bereich des Gl√ľcksspiels, n√§mlich dem Zufall, hat man gleich zwei Suchtpotenziale bedient, die den Spieler zum Spielen “zwingen!” In Pok√©mon GO zeigt sich dieser Zufallsfaktor bei Shinys und beim IV.

Events im März bringen das Fass zum Überlaufen

Die Ank√ľndigung der Events im M√§rz ist f√ľr viele Spieler √ľberw√§ltigend.

  • Ein neuer Raidboss im M√§rz
  • Community Day
  • jede Woche Raidstunde, Wunderbonus und Rampenlichtstunde
  • 4 exklusive Raid-Wochenenden
  • ein Story-Event
  • vermutlich neue Quests und eine neue Pandirform
  • viele neue Shinys und exklusive Attacken
  • GO Battle League

Spieler kritisieren Niantics Entscheidungen aus unterschiedlichsten Gr√ľnden. Doch die Hauptaussage aller Beitr√§ge auf Reddit bleibt identisch. F√ľr viele Spieler die der Sucht verfallen sind, ist diese F√ľlle an Events und FOMO nicht mehr tragbar.

Erste Pause seit 2016

Der Spieler ZumbaZurg berichtet auf Reddit, dass er seit dem Start von Pokémon GO keinen einzigen Tag verpasst hat. Jedes Event und jeden Stempel mitgenommen hat. Das Spiel hatte stets erste Priorität, seine Frau und sein Kind hat er vernachlässigt.

Er schreibt er habe nun einen Schlussstrich gezogen und die Notbremse gezogen. Er nimmt “Urlaub” vom Spiel und f√ľhlt, wie eine Last von ihm f√§llt.

Er beklagt au√üerdem 4 Punkte, die oftmals unber√ľcksichtigt bleiben.

  1. Eure Daten gehören nicht euch!
    Sofern Niantic sich dazu entschließt von heute auf morgen das Spiel abzuschalten sind eure Pokémon und alle eure Erfolge weg. Nichts ist lokal auf eurem Handy gespeichert, sondern alles auf den Servern von Niantic. Wenn es dort einen Fehler gibt und euer Account plötzlich verschwindet (was manchen Spielern bereits passiert ist) erhaltet ihr keine Entschädigung. Euer investiertes Geld, eure Pokémon, alles ist weg und Niantic interessiert es nicht!
  2. Niantic spielt mit eurer Sucht und eurer Angst
    Wie bereits oben beschrieben geht es bei Pokémon GO um das Ausnutzen von Suchtpotenzial und FOMO, mit einer gesunden Lebensweise mit viel Bewegung, die von Niantic immer hochgehalten wird hat dies nichts zu tun
  3. Tonnenweise Fehler im Spiel und mangelnde Transparenz
    Pok√©mon GO ist bekanntlich ein Spiel voller Fehler. Man sollte Niantic daher nicht blind vertrauen und un√ľberlegt Geld investieren. Manche Fehler im Spiel brauchen ewig um behoben zu werden und die betroffenen Spieler erhalten oft gar keine Entsch√§digung oder eine nahezu lachhafte. Niantic weiger sich die Wahrscheinlichkeiten auf Shinys, Eier usw. bekannt zu geben.
  4. Pokémon GO wurde als kostenloses Handyspiel entwickelt
    ZumbaZurg kritisiert hier, dass das Spiel inzwischen nicht mehr aus Spaß gespielt wird, sondern vielmehr aus der Angst heraus, aus Frust und aus Zwang.

Auch Spieler wie OrigamiArturo kritisieren die Ausnutzung des Suchtpotenzials des Spiels.

Manofsteel9979 nennt Pokémon GO sogar ein soziologisches Experiment.

Fazit

Egal ob man sich selbst in dieser Situation wiederfindet, oder ob man nicht zu der betroffenen Gruppe geh√∂rt. Pok√©mon GO sollte ein Spiel bleiben, welches man aus Spa√ü spielt und welches als Spiel auch nicht in den Vordergrund r√ľcken sollte.

Aus Erfahrung können wir sagen, dass alles im Spiel irgendwann wiederkehrt und fast alles getauscht werden kann! Zagt also nicht das Spiel auch mal bei Seite zu legen und etwas anderes zu tun!

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√úber den Autor
Stv. Projektleiter
Bekennendes Kellerkind. Wundert sich st√§ndig, warum er in diesem "Drau√üen" ist und nicht drinnen, wie fr√ľher. Pok√©monfan der ersten Stunde. Film- und Serienjunkie.

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