Safari Zone in Dortmund – Resümee

Die Erwartungen der Spieler waren hoch und somit die Enttäuschung stellenweise umso größer, als das Event in Dortmund begann. Über den Verlauf des Wochenendes verbesserte sich die Lage zwar, doch insgesamt gibt es dennoch viele Kritikpunkte. Wir versuchen das Event so neutral es geht zu beleuchten und aus Sicht der Spieler vor Ort darzustellen.

Die Netzprobleme

Der Ausbau der Mobilfunkanbieter war nicht ausreichend für den großen Ansturm der Spieler im Westfalenpark. Kurz nach 9 Uhr brachen die meisten Handynetze zusammen. Das Telekomnetz lief einigermaßen, aber schlecht. Das Netz von O2 war an manchen Stellen vorhanden, an manchen nicht. Das Vodafon-Netz lief für manche Spieler am ersten Tag schlecht, am zweiten Tag sehr gut.

Auch das WLAN im Park lief stellenweise schlecht und selbst wenn es lief, brachte es den Spielern nichts, worauf wir in einem späteren Punkt noch eingehen werden.

Hinzu kam ein Serverabsturz, der verhindert hat, dass sich Spieler einloggen konnten. Zusätzlich gab es bei Spielern, die Rauch verwendet haben ein noch größeres Problem, da das Verwenden von Rauch zu einer Art temporären Bann geführt hat, welcher die betroffenen Spieler für teilweise 7 Stunden aus dem Spiel ausschloss.

Niantic hat in dieser Situation zumindest richtig reagiert und hat die Eventspawns in der ganzen Stadt erhöht, sodass sich die Spieler mehr auf die Stadt verteilten. Zusätzlich gab es die speziellen 2km-Eier auch nun außerhalb des Parks, sodass sich die Lage mehr und mehr entschärfte, je mehr die Spieler sich im Stadtgebiet verteilten.

Tag 2 lief weitestgehend ohne größere Probleme und alle Netze waren gleichermaßen stabil.

Der Westfalenpark

Die Spieler standen an allen Eingängen des Westfalenparks schlange und dennoch wurde der Park erst pünktlich um 9 Uhr geöffnet. In unseren Augen wäre eine vorzeitige Öffnung um 8 Uhr durchaus sinnvoll gewesen, sodass sich die Spieler vorab im Park verteilen hätten können. Dies geschah jedoch nicht. Taschen wurden am ersten Tag nicht konsequent auf die Größe und Anzahl der Trinkflaschen kontrolliert, was im Hinblick auf die herrschenden Temperaturen von bis zu 34°C sehr gut war. Immer wieder sind dennoch einige Spieler unter der Hitze zusammengebrochen, doch glücklicherweise war das Deutsche Rote Kreuz mit Notärzten vor Ort und konnte helfen.

Am zweiten Tag jedoch wurden die Taschen penibel kontrolliert und sämtliche Flaschen, die nicht dem Regelwerk entsprachen wurden entsorgt. Viele Spieler blieben daher direkt dem Park fern. Zusätzlich wurden einige Ein- und Ausgänge des Parks geschlossen und es wurden Zähler angebracht, sodass die Anzahl der Spieler im Park stets kontrolliert werden konnte.

Der Park selbst war von den Organisatoren schön angelegt und auch die Teamlounges waren schön gestaltet. Was negativ auffiel war die mangelnde Beschilderung der kostenlosen Wasserstationen. Wir selbst hatten diese nur durch Zufall gefunden.

Negativ fiel am ersten Tag ebenso ins Gewicht, dass es bei der Essensausgabe der Teamlounges das Gericht „Bratwurst mit Brötchen“ gab, der Bäcker mit den Brötchen jedoch im Stau stand, sodass Spieler gezwungen waren die Bratwurst ohne Brötchen zu essen, jedoch dennoch den vollen Preis zahlen durften. Eine Tatsache, für die weder Niantic, noch die Organisatoren etwas können, welches aber dennoch negativ auffällt.

Ansonsten war das Personal bisweilen recht freundlich und hilfsbereit, als jedoch die Serverprobleme sich erhärteten und Spieler selbst nach Stunden nicht ins Spiel kamen, wurden die Serviceleute an der Information teilweise bereits ungehalten und wollten gefrustete Spieler abwimmeln und teilweise durch die Security des Platzes verweisen.

Wir selbst konnten mit dem Vizepräsidenten von Niantic Omar H. Téllez sprechen, der sich sehr hilfsbereit zeigte und der sichtlich besorgt war um das Wohlergehen der Spieler.

Kritik am Event im Spiel

Pokéstop- und Spawndichte

Zunächst muss man hierzu erwähnen, dass wir von Pokéfans.online und auch einige andere Spieler mit einer hohen Erwartungshaltung in dieses Event gegangen sind. Wir kannten bereits die Safari Zone in Oberhausen, mit einer sehr, sehr hohen Dichte an Pokéstops und kannten aus Berichten von YouTubern wie TrainerTips und Mystic7 auch die Safari Events in Japan, sodass wir eine gewisse Vorstellung vom Event vor Ort hatten.

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Vor Ort dann die erste große Enttäuschung, dass es keine zusätzlichen Pokéstops für das Event gab. Die Dichte der Pokéstops war sehr gering, sodass teilweise bis zu 200m zwischen den einzelnen Stops lagen. Die Dichte der Spawns zwischen den Stops war ebenfalls recht gering, sodass man innerhalb des Parks recht wenig Pokémon fangen konnte – im Hinblick auf die anderen Safari Events.

Bei den Teamlounges, wo sich Spieler kurz hinsetzen konnten um etwas zu essen oder zu trinken gab es  zwar ein kostenloses WLAN, jedoch weder Pokéstops noch Pokémon, sodass das WLAN dort völlig nutzlos war.

Außerhalb des Westfalenparks war die Dichte deutlich besser gegeben! Es gab sehr viele Pokéstops in der Innenstadt und deutlich mehr Pokémon als im Park selbst.

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Bildquelle PkmnMasterHolly

Auswahl der Pokémon

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Roselia und die schillernde Variante von Roselia haben thematisch sehr gut in den Park gepasst. Auch Trasla, Bummelz und Larvitar passten sehr gut zu dem, was von von anderen Safari Events gewohnt war.

Es war jedoch sehr enttäuschend, dass innerhalb des Westfalenparks hauptsächlich Wablu erschien. Ein Pokémon, welches in freier Wildbahn sehr häufig anzutreffen ist. Auch Waumpel hat in unseren Augen und im Augen aller Spieler nichts auf einem solchen Event verloren. Wenn man bedenkt, dass bei der Safari Zone in Oberhausen Chaneira, Larvitar & Voltilamm erschienen sind und in Japan auch Dratini und andere Pokémon, so ist es umso bedrückender, dass Waumpel überhaupt beim Event erscheint.

Auch Larvitar war durch den Community Day nur sekundär interessant, wurde jedoch von vielen Spielern gerne gefangen, da die Auswahl an sonstigen guten Pokémon zu wünschen übrig lies. Zumal Larvitar im Park selbst sehr, sehr selten erschien und von Unmengen an Wablu überdeckt wurde. Im Stadtgebiet hingegen waren deutlich mehr Larvitar anzutreffen.

Spezielle 2km-Eier

Die nächste Enttäuschung waren die speziellen 2km-Eier, die es im Event gab. Der Pool der Pokémon aus den Eiern war sehr, sehr groß und es fühlte sich an als wären einfach alle Pokémon in den Eiern. Spezielle 2km-Eier aus denen Schmerbe, Wablu, Wailmer, Nasgnet, Quiekel und Fiffyen schlüpfen, werden in unseren Augen dem Event nicht gerecht. Wer für dieses Event weit gereist ist und Geld in Brutmaschinen investiert hat, der wurde sehr enttäuscht, da überwiegend herkömmliche Pokémon aus den Eiern schlüpften, die man sonst auch aus 2km und 5km Eiern erhalten könnte.

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Zwar waren auch interessante Pokémon wie Relaxo, Chaneria und Babypokémon in den Eiern, aber in so geringer Stückzahl, dass sich das Ausbrüten nicht rentiert hat.

Hinzu kommt noch erschwerend, dass nicht aus jedem Pokéstop ein Ei kam. Gepaart mit der geringen Dichte an Pokéstops im Westfalenpark hat dies dazu geführt, dass man teilweise ein Ei ausgebrütet hat, bevor man überhaupt 9 Eier im Inventar haben konnte.

Quests und die globale Herausforderung

Ein großer Teil der Safari Zone in Dortmund war das parallel laufende Event der globalen Herausforderung. Spieler weltweit mussten Feldforschungen lösen um einzelne Boni freizuschalten. Die Spieler in Dortmund selbst mussten 100.000 Feldforschungen lösen um ihren Teil beizutragen. Eine Aufgabe die sehr schwer ist, wenn 7 Stunden lang kaum in Spieler ins Spiel kommt. Erschwerend kam hinzu, dass die wenigen Pokéstops im Park hauptsächlich Feldforschungen wie „Kämpfe in einer Arena“ und „Kämpfe in einem Raid“ beinhalteten.

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In dieser Hinsicht hat Niantic in unseren Augen auf voller Linie versagt, da es im ganzen Park keine einzige Arena gab. Ein Event, welches sich um das Lösen von Feldforschungen dreht, hätte in unseren Augen spezielle Forschungen verdient, die auf das Event angepasst sind. Es wäre kein Problem gewesen Feldforschungen wie „Fange 5 Roselia“ im Park und Dortmund freizuschalten, welche z.B. als Belohnung ein Dratini oder Ähnliches gebracht hätten.

Stattdessen gab es eben hauptsächlich Aufgaben, die man gar nicht lösen konnte.

Positives

Omar H. Téllez hat gegenüber Pokéfans.online bestätigt, dass man sich um eine Entschädigung für die Spieler bemühe. Er könne zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen um welche Art es sich handelt, aber man sei in jedem Fall bereit den Spielern eine Entschädigung zukommen zu lassen.

Die erste Entschädigung, die wir erhielten waren Gutscheine für Essen und Trinken, die zumindest im Park für bessere Stimmung sorgten.

Außerdem kündigte Niantic via Twitter an, dass es zusätzlich zum Event vom 2. bis 9. Juli noch ein europaweites Bonusevent gäbe. Genaues ist uns bisher jedoch noch nicht bekannt.

Viele Spieler begrüßten es, dass das Event nicht wie ursprünglich geplant am 1. Tag um 21 Uhr endete, sondern durchgängig freigeschaltet wurde. Die Spieler waren also in der Lage die verlorene Zeit über Nacht aufzuholen und die ganze Nacht zu spielen.

Wir vermuten ebenfalls, dass Niantic nachträglich die Chance auf schillernde Pokémon bis zum Anschlag hochgeschraubt hat um die Spieler für die verlorene Zeit zu entschädigen. Einige Spieler haben zwischen 10 und 25 schillernde Pokémon aus dem Event erhalten, davon teilweise 12 schillernde Roselia. Auch außerhalb von Dortmund war die Chance auf Shiny Roselia stark erhöht.

Fazit

Für die Netzwerkprobleme der Mobilfunkanbieter wollen wir Niantic nicht verantwortlich machen. Dennoch hätte man hier besser planen können und hätte die Spieler besser verteilen können und eventuell die Anzahl der Spieler im Park mehr begrenzen können.

Die Organisation der Stadt Dortmund und die Handhabung mit der großen Masse an Spielern möchten wir besonders positiv hervorheben. Die Polizei stand hilfsbereit zur Seite und es kam kaum zu Konflikten mit den Anwohnern. Manch einer hat sich über Spieler auf der Straße beschwert, aber im Großen und Ganzen verlief alles friedlich.

Auch die Organisation im Park war weitestgehend gut und das Personal freundlich und hilfsbereit. Über das Fehlen eines Rahmenprogramms im Park sehen wir hinweg. Nett wäre es trotzdem gewesen, wenn z.B. eine Art Bühnenshow geboten worden wäre, oder man einige der YouTuber vor Ort mit ins Event eingebunden hätte und dort ein Meet & Greet mit den Fans eingerichtet hätte.

Die Ausarbeitung des Events lies jedoch stark zu wünschen übrig. Die Pokémon, die es vor Ort gab waren eher enttäuschend, die Eier höchstenttäuschend und das Fehlen von speziellen Feldforschungen für das Event war einfach nur traurig.

Schlussendlich war das Event für die Community dennoch ein Erfolg, da sich viele Spieler beteiligt haben und friedlich miteinander gespielt haben. Die Spieler vor Ort waren zwar enttäuscht, haben aber das beste aus der Situation gemacht und haben die Zeit optimal genutzt.

Max Beckmann
Max Beckmannhttps://gogames.news
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