Corona und Pokémon GO: Keine Lovestory

Treffen ein Spiel, designed dafür, so viele Menschen wie möglich spielerisch in die Natur zu locken und mit MitspielerInnen zu interagieren und eine weltweite Pandemie aufeinander, ist klar, dass die erheiternde Pointe ausbleibt.

Stattdessen zeigt COVID 19 erneut, was es ganz besonders gut kann: sich still und heimlich in den Alltag einschleichen und diesen auf den Kopf zu stellen.

Battle League: abgesagt

Bereits im März hätte ein neues Event im Rahmen von Pokémon GO stattfinden sollen, die Battle League. Zur Teilnahme hätten SpielerInnen sich, wie es bei Niantics Spielen üblich ist, außerhalb ihrer Vier-Wände aufhalten müssen, doch dieser März 2020 steht für eine grobe Zensur, denn COVID 19 begann, sich weltweit wie ein Lauffeuer zu verbreiten.

Veronica Saron, Managerin des Produkt-Marketing von Niantic, sagte aus, dass auch sie, wie viele andere Menschen, die Ausmaße der beginnenden COVID-Krise zunächst unterschätze und darauf hoffte, dass sich das Desaster noch abwenden lassen könne. Auch Saron ist seit März im Homeoffice, alle wichtigen Besprechungen laufen online ab.

Animal Crossing vs Pokémon GO

Während anderen Spieleherstellern die Pandemie in gewisser Weise in die Taschen spielte, man bedenke unter anderem die Hypes um Animal Crossing oder Among Us, kann sich Pokémon GO durch sein AR-Konzept, das darauf ausgelegt ist, mit der Umwelt zu interagieren, nicht ganz als COVID 19- Game etablieren. Viele der neu gelaunchten Spiele zielen darauf ab, SpielerInnen stundenlang vor dem Computer zu beschäftigen.

Ihre HerstellerInnen durften bei der Entwicklung weniger Verantwortung zu tragen haben, wie es bei Niantic der Fall war, denn auch der Aufenthalt im Freien kann zu einem potenziellen Gesundheitsrisiko werden. Schnell können Abstände unterschritten und Risikopersonen gefährdet werden.

Die Ausgangssperren in Österreich und Deutschland waren nie so radikal gesetzt wie in China oder Italien, dennoch stagnierte die Aktivität der SpielerInnen und Pokémon GO musste diesem neuen Alltag angepasst werden.

Veränderungen

Da die Basis des Spiels die aktive Bewegung ist, wertete Niantic unter anderem die Daten von Aktivitätstrackern der Smartphones aus, um sich ein Bild über die veränderte Aktivität zu machen. Lokalen Anpassungen folgten weltweite Regeländerungen.

Um schneller agieren zu können, wurden von Seiten des Spieleherstellers unter anderem Gruppen von MitarbeiterInnen erstellt, die vor allem darauf angewiesen wurden, schnell Ideen zu entwickeln, die für eine akute Optimierung notwendig sein würden.

Flexibilität war nun gefragt, wie in so vielen anderen Berufsgruppen. Zumindest kennen viele ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen weltweit nun eine Variante des Wort-Case-Szenarios und können nach Corona vielleicht entspannter an die Arbeit gehen, immerhin sind alle um einschneidende Erfahrungen reicher.

Eventuell haben sich auch die Prioritäten verschoben, nichts desto trotz ist es während der Pandemie kaum anders als sonst: Es gibt immer Menschen oder Firmen, die flexibler sein oder härter arbeiten müssen als andere.

Events werden virtuell

Eine große Veränderung war die Abhaltung von digitalen Events, immerhin ist das Aktivieren eines Parks und das Spielen vor Ort das Markenzeichen des Spiels. Dennoch konnte durch die Adaptierung der Events in die Virtualität gewährleistet werden, dass so viele Menschen wie möglich an den Veranstaltungen und Challenges teilnehmen konnten.

Neben der Umstellung des Modus Operandi musste auch das Team hinter dem Game Veränderungen in Kauf nehmen, konkret hat es für die Planung von Events nun anstatt einigen Monaten, nur mehrere Wochen Zeit.

Ähnlich der Universitäten oder Schulen, die in den vergangenen Monaten erhebliche Änderungen vorgenommen haben, sollen auch bei Pokémon Go die derzeitigen Anpassungen bis zu einem gewissen Grad erhalten bleiben, Problematiken, die das Spielen des Games digital erschweren, werden ernst genommen und an etwaigen Lösungen gearbeitet.

Pokémon GO ist aufgrund seiner Vielseitigkeit für viele nicht nur ein Spiel, sondern auch ein Weg der sozialen Interaktion oder eine reine Form der Bewegung. Auch für die Spieleindustrie war 2020 überwiegend ein ebenso forderndes Jahr wie es für die meisten anderen Berufssparten war. Niantic hofft, mit den Adaptionen am Ende des Tages zu erreichen, dass jeder Spieler und jede Spielerin nach wie vor das durch das Spiel bekommt, das er oder sie sich erhofft oder, in Zeiten der sozialen Isolation, benötigt.

Und zum Schluss

Auch wenn sich viele durch die allgemeinen Veränderungen und Verbote während der anhaltenden Pandemie bevormundet fühlen, bleibt es das oberste Gebot, Risikogruppen zu schützen.

Dementsprechend kann die schnelle Anpassung Niantics an die aktuelle Situation als sehr verantwortungsvoll eingestuft werden. Nehmt euch die Sicherheitsvorschriften zu Herzen und haltet noch ein bisschen durch, 2021 wirds besser!

Quelle:
The Verge: COVID is existential to Pokémon Go

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Yvonne Heinrich
Hi ich bin Yvonne und ich freue mich, Teil des GoGames-Teams zu sein! Seit Kinderbeinen schreibe und recherchiere ich sehr gerne. Da kommt das journalistische Arbeiten für Games ganz recht. Nebenher mache ich meinen Master im Lehramt fertig und studiere im ersten Jahr Veterinärmedizin. Ich hoffe, ihr habt Spaß beim Lesen meiner Artikel! Grüße Yvonne
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