10 Jahre nach Fukushima – Niantic hilft

Spiele wie Pokémon GO und Ingress motivieren Menschen seit ihrer Entwicklung die Welt zu erkunden und Abenteuer zu erleben. Auch die Tohoku Region in Japan bekommt die Möglichkeit Ziel für zahlreiche Trainer zu sein.

Erdbeben 2011

Im März 2011 erschütterte ein Seebeben den Meeresboden vor der Küste Japans und löste einen über zehn Meter hohen Tsunami aus. Er überflutete einen kilometerlangen Küstenstreifen und hinterließ ein Bild der Verwüstung. Mit einer Stärke von 8,9 auf der Richter-Skala war es das schwerste Erdbeben in der Geschichte Japans.

Fukushima

Die Monsterwellen erfassten auch das Atomkraftwerk Fukushima und zerstörten die Kühlung der Brennstäbe. Die Regierung rief den atomaren Notstand aus und evakuierte tausende von Bewohnern.

Schon 2016 verantstaltete Niantic das Lapras-Event in der Gegend, die damals betroffen war, um die Ökonomie anzukurbeln und Werbung für die Gegend zu machen. Ähnliches passiert auch jetzt, zehn Jahre nach dem Erdbeben: Niantic schafft das Programm Rediscovering Memories and Local Business in Tohoku, Ostjapan.

Dieses Video von TrainerTips zeigt das erste Lapras Event in Ishinomaki.

Dies gelingt in Zusammenarbeit mit der lokalen Regierung und verschiedenen Institutionen von Iwate, Miyagi und Fukushima. 100 Geschäftsbesitzer sollen innerhalb von sechs Monaten von diesem Programm profitieren, die Teilnahme ist gratis und Ziel ist es, dass Menschen ihre Heimatstädte neu- und wiederentdecken.

Niantics Streben nach dieser „Wiederentdeckung“ soll sowohl Wirtschaft, als auch Popularität helfen. Geschäfte erhalten die Möglichkeit als PokéStops oder Gyms auf den virtuellen Karten der Spieler zu erscheinen.

In vielen vom Erdbeben beschädigten Teilen der Städte gibt eine besonders hohe Anzahl von PokéStops und Arenen. Hier ein paar, der interessantesten aufgelistet:

Iwate: Rikuzentakata City

Hakoneyama Observatorium / 箱根山展望台 – Das Observatorium thront auf drei verschiedenen Hakoneyama Einrichtungen (Hakoneyama Terrace, Cedar House, and Kesen Carpenter Plasterers Museum) und ermöglicht den Panoramablick auf Hirota Bay, sowie auf einige Nachbarstädte.

Miyagi: Ishinomaki City

Hiyoriyama Park / 日和山公園 – 2014 diente dieser Park als erste Ingress Anomaly in dieser Gegend. In den letzten Jahren hat sich das Erscheinungsbild jedoch stark verändert.

Ishinomaki Minamihama Tsunami Recovery Memorial Park / 石巻南浜津波復興祈念公園 – Nach der Enthüllung am 11. März wird der Park Ende März als Symbol für den Wiederaufbau eröffnet. Zu sehen wird dort eine Ausstellungsanlage sein, welche die Geschichte des Erdbebens darstellt.

Fukushima: Minami Soma City

Mano Exchange Center / 真野交流センター – 2011 wurde die Mano-Grundschule vom Tsunami getroffen (Kinder, Lehrer und Eltern wurden rechtzeitig evakuiert). Die SchülerInnen nahmen vorübergehend am Unterricht an der Kashima-Grundschule im Nachbarbezirk teil, bis die Mano-Grundschule 2014 endgültig geschlossen und abgerissen wurde. Jedoch wurde es teilweise rekonstruiert und in das Mano Exchange Center umgewandelt, welches jetzt als Platz für die Gemeinde, als Fitnessstudio, etc. genutzt wird.

Former Minamisoma City Fukuura Grundschule / 南相馬市立福浦小学校跡 – Diese Grundschule wurde wegen der möglichen Kernschmelze evakuiert. Bis heute besteht das Gebäude, unterrichtet wird jedoch nicht mehr.

Was bisher geschah

2014 veranstaltete Niantic ein Ingress-Treffen in der Stadt Ishinomaki. Ein Jahr später veranstalteten sie Anomaly: Persepolis in Sendai und lockten damit Tausende Ingress Agenten in die Stadt. Neben den Großveranstaltungen gab es auch einige kleinere, die von Fans organisiert wurden.

Um den Tourismus in den Präfekturen (=Amtsbezirke in Japan) Iwate, Miyagi und Fukushima zu fördern, arbeitete Niantic 2016 mit lokalen Regierungen und Spielern zusammen und erhöhte die Anzahl der PokémonGO PokéStops und Arenen in vielen Dörfern und Städten der betroffenen Gebiete. Natürlich erst, nachdem die Evakuierungsbefehle in diesem Jahr aufgehoben wurden.

Weitere Pokémon GO-Veranstaltungen fanden in drei Präfekturen von Tohoku statt, darunter Explore Miyagi in Miyagi. Außerdem wurde in Fukushima mit PokémonGO die Sightseeing-Karte von Fukushima DE Burari erstellt, um die Gegend für Spaziergeher attraktiver zu machen.

2019 veranstaltete Niantic in Sanriku eine Veranstaltung zum Gedenken an die Eröffnung der Rias-Linie der Sanriku-Eisenbahn (Präfektur Iwate). Die Firma arbeitete auch in Form des Fukushima & Chansey Peach Festivals mit Chansey zusammen. Wie schon anfangs erwähnt, organisierten sie 2016 in Miyagi im Rahmen der Lapras + Miyagi Tour eine Veranstaltung mit besonders vielen Lapras.

Fazit

Abschließend kann man sagen: Ja, man hört immer wieder Negatives über AR-Games, doch in diesem Fall wird Pokémon Go zum Instrument für Gutes. Niantic hat auch weiterhin vor Tohoku zu unterstützen und den dortigen Gemeinden beim Wiederaufbau zu helfen. Noch ist einiges zu tun, doch man kann bereits Besserungen sehen und die positive Weiterentwicklung erwarten.

Quellen:
TrainerTips YouTube
Pokémon GO Blog

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Katharina Biegl
Katharina, 23 aus Wien, Wizards Unite Spielerin. Bekennender Slytherin und interessiert an AR-Games. Hundeliebhaberin und Autorin, in der Freizeit leidenschaftlicher Buch- und Filmjunkie.
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